Siamkatze

pflegeleicht und charakterstark

Siamkatze

Alles im Überblick

Die Siamkatze (Maew Thai oder Maew Sayam) ist eine der ersten eindeutig anerkannten Katzenrassen aus Asien. Abgeleitet von der Wichianmat-Landrasse, einer von mehreren in Thailand (ehemals Siam) beheimateten Katzenarten, wurde die ursprüngliche Siamkatze im 20. Jahrhundert zu einer der beliebtesten Rassen in Europa und Nordamerika. Seither und bis heute sind Siamkatzen und deren viele Kreuzungen mit anderen Rassen sowohl in zahlreichen Privathaushalten als Haustiere sowie schon seit den 1930er-Jahren häufig als Protagonisten in Film, Literatur und Musik anzutreffen. Was Siamkatzen genau ausmacht, worauf du beim Siamkatze kaufen achten solltest und wie es um den Siamkatze Charakter bestellt ist, kannst du hier nachlesen.

Steckbrief: Siamkatze

Die folgenden Erklärungen und Erläuterungen beziehen sich in erster Linie auf reinrassige Siamkatzen sowie deren charakteristische Eigenschaften. Bei den aktuell ca. anderthalb Dutzend bekannten Kreuzungen von Siamkatzen mit anderen Rassen wie beispielsweise Balinesen-, Bengal-, Birma-, Burma-, Havana- und Himalaya-Katze, Orientalisch Kurz- und Langhaar, Ocicat sowie Schneeschuh und Tonkanese kommen jeweils unterschiedlich starke oder schwache Ausprägungen zum Tragen.



Herkunft

Eine erste historische Beschreibung der „Wichienmaat“ als Ursprung heutiger Siamkatzen stammt aus der Manuskriptsammlung „Tamra Maew“ (Katzenbuch), die vermutlich in der Epoche des Königreichs Ayutthaya im 14. bis 18. Jahrhundert verfasst wurde. Neben der alten Siamkatze werden im „Tamra Maew“ auch andere Katzenrassen des Landes beschrieben, darunter Korat-, Konja- und Suphalak-Katzen. Einer thailändischen Legende zufolge soll der burmesische König Hsinbyushin nach der Eroberung der siamesischen Hauptstadt Ayutthaya 1767 im besagten Katzenbuch gelesen haben, dass die dortigen Katzen so wertvoll wie Gold seien und jeder, der diese besäße, reich wird. Er befahl seinen Soldaten alle Katzen Thailands einzusammeln und sie mit der anderen Beute nach Birma zu bringen. In die USA und nach Europa gelangten die ersten Siamkatzen zwischen den späten 1870er- und frühen 1880er-Jahren als Geschenke von Diplomaten für deren Familien.

Lebenserwartung

Ausgehend von schwedischen Versicherungsdaten, die Katzen nur bis zu einem Alter von 12,5 Jahren erfassten, weisen Siamkatzen und viele Kreuzungen im Vergleich zu anderen Rassen eine höhere Sterblichkeitsrate auf. Die mittlere Lebenserwartung der Siamkatzen lag zwischen 10 (ca. 70 Prozent) und 12,5 Jahren (ca. 42 Prozent). Daten aus Tierkliniken in England zeigen hingegen eine etwas höhere Lebenserwartung von 14,2 Jahren. Dennoch hält eine Siamkatze namens „Scooter“, die oder besser der 2016 im Alter von 30 Jahren starb, noch immer den Rekord als ältester Kater der Welt. Siamkatzen haben ein höheres Risiko für neoplastische und gastrointestinale Probleme, aber ein Geringeres für Erkrankungen des unteren Harntrakts.

Größe

Im Vergleich zu anderen Rassen sind Siamkatzen mittelgroß und oft auffällig schlank bis dünn, dabei aber meist doch recht drahtig und muskulös. Ähnlich wie beim leicht höheren Gewicht sind die Männchen häufig ein wenig größer als die Weibchen. Unabhängig vom Geschlecht erreichen Siamkatzen mehrheitlich sowie in der Regel Körpergrößen zwischen ca. 23 und 25 Zentimetern. In seltenen Ausnahmefällen können sie allerdings auch über 35 bis 40 Zentimeter groß werden.

Gewicht

Das Guinness-Buch der Rekorde führt zwar keine Liste der fettesten lebenden Tiere der Welt, da die Herausgeber die Halter nicht dazu ermutigen möchten, ihre Haustiere zu überfüttern. Aber eine fünfjährige Siamkatze namens „Katy“ aus der russischen Stadt Asbest im Uralgebirge hätte 2003 den Titel sicherlich beanspruchen können. Der Katze wurden Hormone verabreicht, um ihre Paarungsbereitschaft zu stoppen, was dazu führte, dass sie einen unersättlichen Appetit entwickelte. „Katy“ wog bald beachtliche 25 Kilogramm und damit mehr als ein sechsjähriger Mensch. Durchschnittlich wiegen männliche Siamkatzen jedoch zwischen ca. 4 und 5 und weibliche Katzen zwischen 3 und 4 Kilogramm.

Farbe und Fell

Die typische Fellfarbe von Siamkatzen wird in Fach- und Züchterkreisen „Points“ (Punkte) genannt. Diese Bezeichnung bezieht sich auf das meist hellere Körperfell, während die Extremitäten als kühlere Regionen („Points“) wie Gesicht, Ohren, Beine, Schwanz und ggf. Hodensack häufig dunkler sind. Das Muster ist Folge des teilweisen Albinismus, der durch Mutation des Enzyms Tyrosinase entsteht, welches die Melaninproduktion reguliert. Das mutierte Enzym ist hitzeempfindlich und wird in kühleren Bereichen der Haut aktiv. Alle Siamkätzchen, die als Siamkatze Baby bei der Geburt hell oder weiß sind, zeigen schon in den ersten Monaten sichtbare Stellen an den kühleren Körperstellen. Im Alter von vier Wochen sollten diese so deutlich erkennbar sein, dass man ihre Farbe erkennen kann. Siamkatzen werden im Alter dunkler und haben im Allgemeinen in warmen Klimazonen helleres Fell als in Kühlen. Ursprünglich hatten die meisten Siamkatzen dunkelbraune bis schwarze Abzeichen („seal points“). Heute werden auch deren farbliche Abweichungen „blue“, „chocolate“, „cream“, „lilac“ und „red“ sowie „lynx“ (Luchs) oder „tabby point“ von Zuchtverbänden akzeptiert und nicht mehr als minderwertig erachtet. Siamkatzen verfügen zumeist über relativ kurzes, glänzendes und feines Fell, welches fast ohne Unterwolle dicht und fest am Körper haftet.

Charakter

Siamkatzen sind relativ anhänglich und intelligent sowie für ihr ausgeprägtes soziales Wesen bekannt. Sie schätzen das Zusammensein mit Menschen und wirken „extrovertiert“. Oft sind sie auf eine Bezugsperson fixiert und fordern deren Aufmerksamkeit. Diese Katzen sind auch im Erwachsenenalter oft sehr aktiv, lebhaft und verspielt und werden häufiger mit Hunden als mit anderen Katzen verglichen. Einige Siamkatzen sind extrem laut und haben eine durchdringende Stimme, die mitunter dem Weinen eines menschlichen Babys gleicht. Siamkatzen lassen sich auch oft ohne Probleme an der Leine oder mit Geschirr ausführen, was sie von vielen anderen Rassekatzen unterscheidet. Aufgrund dieser guten Verträglichkeit kommen sie häufig bei tiergestützten Therapien zur Verbesserung der Lebensqualität von behinderten Menschen sowie insbesondere bei der Arbeit mit hyperaktiven Kindern zum Einsatz.

Haltung

Aufgrund ihres Wunsches nach Nähe zu Menschen oder ihren Artgenossen, leiden viele Siamkatzen gelegentlich unter Traurigkeit, wenn sie länger alleine gelassen werden. Aus diesem Grund werden Siamkatzen oft paarweise gekauft, damit sie sich Gesellschaft leisten. Wenn Katzen dieser Art nicht ausreichend Aufmerksamkeit und Zuneigung erhalten, kann bei ihnen das auch als „Pikazismus“ bekannte Pica-Syndrom auftreten. Leiden Siamkatzen unter dieser nach dem lateinischen Wort „pica“ für Elster benannten Verhaltensstörung, fressen sie häufig unverdauliche Stoffe wie Wolle und Tapeten oder nagen an Kleidungsstücken.

Fellarten

Wie weiter oben bereits erwähnt, besitzen die meisten Siamkatzen ein sehr feines, kurzes und weiches sowie eng am Körper liegendes Fell nahezu ohne Unterwolle. Analog sowie ergänzend zu den eingangs gemachten Bemerkungen bezüglich der Unterscheidung zu den häufigsten Kreuzungen verfügen diese oftmals über zwar farblich durchaus ähnliches, aber deutlich längeres Fell mit mehr Unterwolle. Dies gilt vor allem für die mit Siamkatzen genetisch eng verwandten Balinesen-, Birma- sowie Himalaya- und Orientalisch Langhaar-Katzen.

Geschichte und Herkunft der Siamkatze

In den 1950er- und 1960er-Jahren, als Siamkatzen international immer beliebter wurden, begannen zahlreiche Züchter, deren im Vergleich zur Thaikatze schlankeres Aussehen zu bevorzugen. Als Folge der selektiven Zucht entstanden zunehmend feingliedrige Katzen mit schmalen Köpfen. Schließlich wurde die sog. „Show-Siam“ mit einem schlanken und röhrenförmigen Körper sowie langen Beinen, einem ebensolchen und sehr dünnen Schwanz, keilförmigem Kopf und breit angesetzten Ohren gezüchtet. Seit Mitte der 1980er-Jahre hat diese Konzentration auf die häufig auch abfällig „Applehead“ (Apfelkopf) genannten Zuchtformen stark nachgelassen und heutzutage sind Siamkatzen mit weitaus weniger extremen Körperformen sowie sämtliche aus Thailand eingeführte Wichianmat-Katzen allgemein akzeptiert.

Wesensmerkmale und Charaktereigenschaften der Siamkatze

Männliche Siamkatzen sind in der Haltung als Paar häufig entspannter und anhänglicher als Katzen, die in Gruppen gerne, wenn auch meist spielerisch, um die Hackordnung und Herrschaft kämpfen. Nichtsdestotrotz sind beide Geschlechter mit- und untereinander gut verträglich, nur ganz und längere Zeit alleine sind sie generell eher nicht. Siamkatzen sind am liebsten permanent in Gesellschaft, viele Halter schaffen sich deshalb gleich mehrere Tiere an. Siamkatzen werden wegen ihres aktiven, intelligenten und anhänglichen Wesens mit Hunden oder Affen verglichen. Sie sind stark auf Menschen bezogen und wollen in ihrer Nähe sein. Sie nutzen viele verschiedene Töne zur Kommunikation, sind sehr neugierig und öffnen gerne Schubladen, Taschen und Türen.